Kurzgeschichte

Aus dem offiziellen Text der Internetpräsentation der Universität:

„Eberhard im Bart, Graf und später Herzog von Württemberg, setzte 1477 mit der weitsichtigen Gründung der Universität Tübingen Zeichen, denen sie sich heute noch verpflichtet weiß. Die Eberhard Karls Universität prägt das geistige Leben des Landes und trägt mit ihren international anerkannten wissenschaftlichen Leistungen zu seiner Entwicklung bei.
Der heutige offizielle Name "Eberhard Karls Universität" wurde der Universität erst 1769 von Herzog Karl Eugen verliehen, der seinen Namen dem des Gründers hinzufügte.
Mit der Geschichte der Universität eng verflochten ist das 1536 gegründete Evangelische Stift, dem berühmte Namen Glanz verleihen: Johannes Kepler studierte hier seit 1587; Stiftler waren auch die Dichter Hölderlin, Hauff und Mörike sowie die Philosophen Hegel und Schelling.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte die Eberhard-Karls-Universität einen beeindruckenden wissenschaftlichen Aufschwung und wurde mit bedeutenden Professoren über die Grenzen Württembergs hinaus bekannt. Nachdem 1817 zu den vier Gründungs-Fakultäten eine katholisch-theologische und eine staatswirtschaftliche hinzugetreten waren, erhielt Tübingen als erste deutsche Universität 1863 eine eigene naturwissenschaftliche Fakultät. Die erste Universitätsklinik wurde 1805 in der Alten Burse eingerichtet, in dem ältesten, heute noch genutzten Gebäude der Universität (1478 erbaut).
Die Pilgerfahrt nach Jerusalem im Jahre 1468 gilt als Wendepunkt in der Biographie des Grafen Eberhard im Bart von Württemberg, als eine persönliche Erfahrung, die eine geistige Umkehr bewirkte und ihn zum gereiften Landesherrn werden ließ.
Humanistische Landeshistoriker vermuten, dass Graf Eberhard auf dieser Reise nach Jerusalem einen besonderen Gefallen an der Palme gefunden habe. Gleichsam als Erinnerungszeichen habe er sie zu seinem persönlichen Symbol gewählt. Ebenso wird sein Wahlspruch "Attempto" (ich wag's) gerne auf das Wagnis dieser Pilgerreise bezogen, wenngleich diese Devise bis heute auch im Zusammenhang mit den schwierigen Umständen bei der Gründung der Universität Tübingen im Jahre 1477 genannt wird.

Die Palme steht in der vorchristlichen Antike und in der christlichen Symboltradition für den Lebensbaum und ist das Attribut von Tugendhaftigkeit im Sinne der vier Kardinaltugenden: Klugheit, Mäßigkeit, Tapferkeit und Gerechtigkeit. Insofern mag sie auch für die "Oase des Wissens" stehen, die Eberhard in Tübingen schaffen wollte, wenn er formuliert, er wolle mit der Universitätsgründung "helfen zu graben den Brunnen des Lebens, daraus geschöpft werden mag tröstliche und heilsame Weisheit.

Als Namensgeber für die von ihm gegründete Hochschule die "Eberhardina" blieb der erste Herzog von Württemberg bis ins 18. Jahrhundert "konkurrenzlos". Erst Herzog Karl-Eugen von Würt- temberg, der von 1767 bis 1793 das Amt eines "Rector perpetuus" an der Tübinger Universität bekleidete, verfügte 1769, dass als Ausdruck seines fördernden Schutzes die Universität von nun ab den Namen Eberhardino-Carolina führe. Dennoch steht der Name Karl Eugens auch für eine der größten Existenzkrisen der Tübinger Universität, in die sie durch die herzögliche Gründung und Förderung der Stuttgarter Hohen Karlsschule geraten war. Nach dem Ende der Monarchie 1918 behielt der republikanische Staat Württemberg in bewußter Fortführung der Landestradition den Namen "EBERHARD KARLS UNIVERSITÄT" bei.